citytour

Wie verabredet erschien Tulu mit seinem Bike um 10.00Uhr. Für Cannondale-Fans ein richtig heisses Bike aus unterschiedlichsten Bauteilen zusammen gesetzt. Natürlich war er auch unüberhörbar, denn es quietschte fürchterlich. Ich zeigte ihm mein E-Bike und die Problemstellen…. Ich bin überzeugt er findet auch in Tana einen Mann der diese Kabelverbindungen reparieren kann. Es gibt genügend Talente an der Strasse die auch Handys umlöten… wie gross die Erfolgsquote dabei ist kann ich schwer beurteilen, aber sie können mit einem Lötkolben umgehen. Auch wenn ich das Bike wieder zurücknehmen würde, müsste ich dafür ja neue Akkus kaufen, da sich die Transportkosten in keinem Verhältnis zu den Beschaffungskosten befinden, da ja Lithiumbatterien Gefahrengut sind. Diese Thematik ist für mich sonderbar, auch nachdem ich gesehen wie dieses Gefahrengut  verpackt wurde. Eine Kartonschachtel mit gefüllt mit Styroporkügelchen und die Kontakte mit Klebeband abgedeckt. Ich denke es geht einfach um den Papierkram.

Ich sagte zu Tulu das ich am liebsten zu Wildmadagaskar fahren würde um meinen Rest der Ferien zu planen. Bien sur, gesagt getan. Wir schwangen uns auf die Räder und fuhren über die Wege, die zwischen den Reisfelder durchführten Richtung Office von Wildmadagaskar, diese Strassen die noch vor 6 Jahren kleine Wege waren, sind nun 6m breit und erlauben das kreuzen von PWs problemlos, dies hat dann zur Folge das schon einiger Insider über diese Wege fahren. Verschiedene Personen die mit Vermessen beschäftigt sind, lassen erahnen das diese Strassen in naher Zukunft geteert werden um den  Verkehr etwas zu verteilen. Tulu wusste genau wo das Office von Wildmadagaskar ist. Ich habe mich auf eine kurze Fahrt eingestellt, nach ca. 1 Stunde musste ich Ihn dann fragen wie weit das es noch gehe? Da ich keine Bikehosen trug spürte ich bereits meinen Hintern. Dann ging es auf fast auf jeden Hügel der Stadt und das ist schlimmer als in Zürich und so steil, so dass oft nur schieben half. Und ein e-Bike ohne Motorfunktion…. Na ja in dieser Region der Stadt ist der Reichtum angesiedelt, die schönsten Häuser wie bei uns, umgeben jeweils von hohen Mauern wie früher bei den Ritterburgen. Als wir dann am vermeinten Standort angekommen sind, stellt sich jedoch heraus das Wildmadagaskar schon vor 2 Jahren umgezogen ist…… also den Berg wieder etwas runterfahren…… nach längerem Suchen haben wir das Haus dann gefunden und ich konnte meine weitere Reise direkt mit Didier und seiner Lebensgefährtin regeln. An dieser Stelle nochmals besten Dank für die unkomplizierte Lösung.

Nach der Besprechung wollte Tulu unbedingt wieder zurück ins Hotel fahren. Ich sagte Ihm das es doch besser ist wir fahren direkt zu Ihm nach Hause, das ist doch näher und anschliessend kann mich „Zu“ mit dem Auto ins Hotel bringen. Im Nachhinein weiss ich jetzt warum er ins Hotel fahren wollte. Bei der letzten Tour mit Bea Fischli sind wir mit dem Bus ganz nach oben gefahren um die Stadt über dem Station zu betrachten. Ja genau da ging es hinauf in den alten Teil der Stadt. Mir ging beim Hochschieben fast die Puste aus. Pavé-Strassen wie bei Paris-Roubaix und steil ging es hoch, da ging nur schieben. Ganz oben umgeben von der Militärkaserne sind wir dann noch einen kleinen Fussweg gelaufen bis zum Haus von Tulu. Ich hatte vorher immer das Gefühl er schäme sich mir sein Heim zu zeigen, nein es war schlicht die Rücksicht auf die steilen Hügeln. Sein Wohnort ist natürlich nicht optimal für ein Bike, für ein E-Bike wenn es dann funktioniert, könnte das schon besser sein…. Leider hat er vor seinem Haus noch eine steile Treppe zu überwinden. Er hat mir sein Haus gezeigt, den schönen Garten mit für uns exotischen Pflanzen. Ich drängte dann schnell auf eine Rückfahrt denn er fühlte sich nicht so souverän an wie sonst. Kaum vorstellbar wie sein Auto in der Nähe einen Parkplatz findet. Wir fuhren also, natürlich wieder mit der ganzen Familie in das Stadtchaos runter. Tulu hat seinem Schwiegersohn zuerst noch etwas Geld in die Hand gedrückt, was er beim nächsten Stopp sofort in 4 Liter Diesel umsetzten. Der Liter kostet hier umgerechnet ca. 80 Rappen. Bei der weiterfährt nach Ivato viel auf, dass trotz der Armut eine rege Bautätigkeit herrscht. Die grossen Autokonzern sind mit neuen Glaspalästen eingezogen und die Chinesen sind allgegenwärtig mit neuen Hotels und Businessgebäuden. Ich frage mich immer wie kann ein Madagasse dies bezahlen wenn fast keiner ein geregeltes Einkommen hat.

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Kommentare: 2
  • #1

    Chris (Sonntag, 20 September 2015 15:38)

    hallo Werni was ist dann eigentlich passiert mit denen Bike Error 13 ???

  • #2

    Bernd (Samstag, 17 Oktober 2015 22:36)

    Ja die Akkus nur in einer Kartonschachtel mit Polystyrol verpacken, ist wirklich nicht sicher. Da hätte man mehr machen müssen. Ich weiss das noch bei meinem E-Bike. Ich gebe Dir da völlig recht, dass es bei diesem Beispiel nur im Bürokratie geht.
    Dein Beitrag ist aber echt spannend. Ich bin leider noch nicht wirklich aus der Schweiz mit dem Fahrrad gekommen. Aber das sollte ich mir mal vornehmen =)